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Dienstag, 12 Oktober 2004

Image 5. Freak Power "Drive thru booty"

Stil: Funk-Rock

"The anus is the James Brown of the anatomy" – was genau uns Freak Power mit diesem Satz im Booklet auch immer sagen wollten… Vielleicht dass „Drive thru booty" virtuos und nicht ohne Augenzwinkern zwischen Zitaten und eigener Genialität laviert? Das Band-Projekt, das sich Anfang der Neunziger um das musikalische Mastermind Norman Cook formierte, erfindet nichts neu, macht aber alles besser. So auch das locker-lässig aufbereitete „Change my mind", das Herr Cook mit seiner ebenfalls genialen Band Beats International schon einmal eingespielt hatte – aber diesmal ist es richtig gut geworden.
Apropos Beats International: Schon bei diesem Band-Projekt hat Norman Cook bewiesen, dass sich aus Versatzstücken, Samples und gelungener Rekombination von beispielsweise SOS Bands „Just be good to me", Jonny Dynells „Jam Hot" und The Clashs „Guns of Brixton" ewige Dancefloor-Klassiker wie „Dub be good to me" kreieren lassen. Doch was bei Beats International noch eher naives Gesampel a la Bomb the Bass war, klingt bei Freak Power viel ausgereifter, rockiger, funkiger und mit sehr viel mehr eigenem und nur sehr wenig fremden, das dann aber um so lässiger rüberkommt. So hat jeder Track sein eigenes Gesicht und wenn, wie bei dem Stück „Freak Power", der Sound irgendwie an Mother Earth erinnert, dann macht das Stück deswegen nicht weniger, sondern doppelt so viel Spaß, denn wie gesagt: es erinnert nur „irgendwie" an Mother Earth und augenzwinkernde Zitate, genial eingebaut, sind alles andere als unkreativ und langweilig. Auch der, dank eines Levis-Werbespots, berühmteste Titel des Albums „Turn on tune in cop out" gleitet smooth in Gehörgänge und Tanzbeine. Von lässigem Pop über treibenden Funk bis zu wütendend rockender Wah-wah-Gitarre unterhält das Album vom ersten bis zum letzten Ton perfekt. Dennoch: Freak Power sind eigentlich eine Live-Band, die bei ihren viel zu seltenen Live-Auftritten in Deutschland das Haus rockten als gäbe es kein Morgen: Wer den extrafreakigen Sänger Ashley Slater in rosa Stola und Posaune über die Bühne berserkern erlebt hat, versinkt in unendlicher Traurigkeit, wenn er daran denkt, dass es diese Band nicht mehr gibt und Norman Cook – übrigens auch alias Fatboy Slim, Mighty Dub Katz uva. – schon längst wieder neue Genialitäten ausheckt.

Anspieltipps: Moonbeam woman, Turn on tune in cop out, Big time


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