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Lesestoff: 44 Platten die man haben muss |
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Dienstag, 12 Oktober 2004 |
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5. Freak Power "Drive thru booty"
Stil: Funk-Rock
"The
anus is the James Brown of the anatomy" – was genau uns Freak Power mit
diesem Satz im Booklet auch immer sagen wollten… Vielleicht dass „Drive
thru booty" virtuos und nicht ohne Augenzwinkern zwischen Zitaten und
eigener Genialität laviert? Das Band-Projekt, das sich Anfang der
Neunziger um das musikalische Mastermind Norman Cook formierte,
erfindet nichts neu, macht aber alles besser. So auch das locker-lässig
aufbereitete „Change my mind", das Herr Cook mit seiner ebenfalls
genialen Band Beats International schon einmal eingespielt hatte – aber
diesmal ist es richtig gut geworden. Apropos Beats International:
Schon bei diesem Band-Projekt hat Norman Cook bewiesen, dass sich aus
Versatzstücken, Samples und gelungener Rekombination von beispielsweise
SOS Bands „Just be good to me", Jonny Dynells „Jam Hot" und The Clashs
„Guns of Brixton" ewige Dancefloor-Klassiker wie „Dub be good to me"
kreieren lassen. Doch was bei Beats International noch eher naives
Gesampel a la Bomb the Bass war, klingt bei Freak Power viel
ausgereifter, rockiger, funkiger und mit sehr viel mehr eigenem und nur
sehr wenig fremden, das dann aber um so lässiger rüberkommt. So hat
jeder Track sein eigenes Gesicht und wenn, wie bei dem Stück „Freak
Power", der Sound irgendwie an Mother Earth erinnert, dann macht das
Stück deswegen nicht weniger, sondern doppelt so viel Spaß, denn wie
gesagt: es erinnert nur „irgendwie" an Mother Earth und augenzwinkernde
Zitate, genial eingebaut, sind alles andere als unkreativ und
langweilig. Auch der, dank eines Levis-Werbespots, berühmteste Titel
des Albums „Turn on tune in cop out" gleitet smooth in Gehörgänge und
Tanzbeine. Von lässigem Pop über treibenden Funk bis zu wütendend
rockender Wah-wah-Gitarre unterhält das Album vom ersten bis zum
letzten Ton perfekt. Dennoch: Freak Power sind eigentlich eine
Live-Band, die bei ihren viel zu seltenen Live-Auftritten in
Deutschland das Haus rockten als gäbe es kein Morgen: Wer den
extrafreakigen Sänger Ashley Slater in rosa Stola und Posaune über die
Bühne berserkern erlebt hat, versinkt in unendlicher Traurigkeit, wenn
er daran denkt, dass es diese Band nicht mehr gibt und Norman Cook –
übrigens auch alias Fatboy Slim, Mighty Dub Katz uva. – schon längst
wieder neue Genialitäten ausheckt.
Anspieltipps: Moonbeam woman, Turn on tune in cop out, Big time
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